Paul Klee, Insecten, 1919, 114 (Ausschnitt), Sammlung E.W.K., Bern

Paul Klee. Tierisches

 5. September bis 8. November 2020
Kunstforum Ingelheim – Altes Rathaus

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Paul Klee schreibt 1904 in sein Tagebuch: „Zwei Berge gibt es auf denen es hell ist und klar, den Berg der Tiere und den Berg der Götter. Dazwischen aber liegt das dämmerige Tal der Menschen“. Mit diesen Zeilen beschreibt der Mensch Paul Klee seine Sicht auf die Tiere, die er dem Göttlichen gleichstellt. In Klees umfangreichem künstlerischen Werk finden sich zahllose Darstellungen von Tieren. Sie bewegen sich zwischen der Erkundung der Natur, der Erschaffung geheimnisvoller Kreaturen und humorvollen Kommentaren zum vielschichtigen Verhältnis von Mensch und Tier. Klee lässt sich durch die unendliche Formenvielfalt der Natur anregen und stellt seine Vorstellungskraft mit der Erfindung von Mischformen und neuen Tierarten unter Beweis.
Dabei denkt Klee auch über die Unterschiede von Mensch und Tier nach und beobachtet und erkundet in seinen Werken typische Rollen, Eigenschaften und Verhaltensweisen. Mit seinen zutiefst menschlichen Tieren und vertierten Menschen hinterfragt er unser Verständnis von Mensch und Tier und schafft eine irritierende, oft heitere bis ironische Distanz. Das Verständnis dieser eigenen künstlerischen Welt verdeutlichen auch die eigenwilligen, oft ironischen Titel, die der Künstler jedem Werk gibt, ohne dabei die Fantasie des Betrachters in eine einzige Richtung zu lenken.
Die Internationalen Tage Ingelheim zeigen dieses tierische Universum Klees erstmals in Deutschland. Dabei werden viele Facetten der Beziehungen zwischen Mensch und Tier, bzw. auch umgekehrt, aufgezeigt. Sie verdeutlichen, mit welcher Intensität und spielerischer Hintergründigkeit der in der Schweiz geborene Bauhauskünstler Paul Klee (1879 – 1940) in seinem gesamten künstlerischen Schaffen das tierische im Mensch und das menschliche im Tier hervorhebt. Die Ausstellung zeigt in thematische Werkgruppen, wie Mensch und Tier, Mischwesen, Katzen, (dem Lieblingstier von Klee), Vögel und dem URCHS, einer vom Künstler erfundenen Tierart.

Die Leihgaben, vor allem Arbeiten auf Papier, die zum Teil bislang selten öffentlich gezeigt wurden, stellt das Zentrum Paul Klee zur Verfügung, ergänzt durch wichtige Leihgaben aus öffentlichen Sammlungen sowie aus Privatbesitz. Wegen der konservatorischen Fragilität und Lichtempfindlichkeit der Werke wird diese Ausstellung im Rahmen der Internationalen Tage nur in Ingelheim zu sehen sein.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Zentrum Paul Klee, Bern.

Paul Klee
eine Henne am Abend, 1939, 640
Kleisterfarbe auf Karton, 36 x 51 cm
Zentrum Paul Klee, Bern
Schenkung Livia Klee

Paul Klee
fliehender URCHS, 1939, 1080
Kleisterfarbe auf Papier auf Karton
20,8 x 29,5 cm
Zentrum Paul Klee, Bern

Paul Klee
Muttertier, 1937, 32
Ölfarbe auf Grundierung auf Papier
auf Karton, 20,9 x 32,8 cm
Zentrum Paul Klee, Bern

Paul Klee
Tiere begegnen sich, 1938, 111
Öl- und Kleisterfarbe auf Karton auf Holz;
rekonstruierter Rahmen, 42 × 50,5 cm
Privatbesitz Schweiz
Depositum im Zentrum Paul Klee, Bern

Paul Klee
Konzert der Parteien, 1907, 14
Feder und Aquarell auf Papier, 24,2 x 33 cm
Zentrum Paul Klee, Bern

Paul Klee
höherer Vogel, 1940, 73
Kreide auf Papier auf Karton
29,5 x 20,9 cm
Zentrum Paul Klee, Bern